Magen-Darm-Motorik

Untersuchungen der Motilität isolierter Darmsegmente dienen dazu, nervale Reflexe und ihre Neuropharmakologie zu identifizieren.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Darms ist die Durchmischung und der portionierte Transport des Darminhaltes. Dafür sorgt die koordinierte Aktivität der Longitudinal- und Zirkulärmuskulatur. Kontraktion der Zirkulärmuskulatur verengt den Darm während eine Kontraktion der Longitudinalmuskulatur einen Darmabschnitt verkürzt. Transport findet im Darm durch eine im enterischen Nervensystem installierte Verschaltung statt. Hierbei schütten deszendierende Nerven distal eines Stimulus hemmende Transmitter aus. Daraufhin erschlafft die Zirkulärmuskulatur an dieser Stelle und das Darmlumen erweitert sich. Eine durch den Stimulus ausgelöste Ausschüttung erregender Transmitter proximal des Stimulus kontrahiert die Zirkulärmuskulatur und verengt damit das Darmlumen. Diese zeitlich und räumlich ablaufenden Zyklen ("peristaltischer Reflex") führen zu einem nach anal gerichteten Transport des Darminhaltes.

Movie: Peristaltischer Reflex im isolierten Darm

Der Transit des Darminhaltes durch diesen peristaltischen Reflex ist so eingestellt, dass während des Transportes durch den Dünndarm die meisten Nährstoffe aufgenommen werden können. (Movie: Peristaltik). Wann immer Noxen eine rasche Ausscheidung notwendig machen sorgt eine „Turboperistaltik“ für einen schnellen Transit durch den Darm (Movie: "Giant contractions").

Derzeitige Projekte

  1. Wirkung pflanzlicher Arzneimittelstoffe auf Muskelpräparate des Meerschweinchenmagens.
  2. Die funktionelle Bedeutung polarisierter enterischer Reflexe im Meerschweinchenmagen.