Transmitter-Kodierung im Darm

Ein funktionell entscheidender Aspekt ist das Phänomen der Kolokalisation verschiedener Transmitter und Mediatoren im Darm. Im enterischen Nervensystem ergeben die verschiedenen Kolokalisationsmuster den neurochemischen Code einer Zelle. Diese Kodierung charakterisiert die Funktion einer Zelle. Unser Ziel ist die vollständige Entschlüsselung dieser Kodierung im ENS nebst den assoziierten Zellen. Mit der bereits bekannten Kodierung ist es gelungen Plastizität und Krankheits-assoziierte Änderungen im enterischen Nervensytem nachzuweisen und zu spezifizieren.

Plastizität im ENS bei entzündlichen Darmerkrankungen zeigt sich bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Diese Änderungen deuten auf eine differenzierte Reaktion des ENS hin. Bei Morbus Crohn Patienten zeigen selbst nicht betroffene Regionen Änderungen in der Neurotransmitterexpression. Die Erhöhung der Expression des Neuropeptids VIP und die dramatisch hypertrophierten Varikositäten CGRP-positiver Nervenfasern könnten Hinweise auf immunvermittelte Abwehrreaktionen sein.

Darstellung der Neurotransmitter-Kodierung im enterischen Nervensystem: Mehrfachfluoreszenzfärbung eines Ganglions im Plexus submucosus des Menschen. Mischfarben ergeben sich aus der Kolokalisation von Neurotransmittern:

Rot: Cholinacetyltransferase
Grün: Vasoaktives Intestinales Polypeptid
Blau: Substanz P